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BioCar und das Umbau-Risiko

Am Anfang der BioCar-Geschichte standen 1994 Umbauten von damals üblichen Vorkammer-Motoren. Nachdem ein ungebauter VW PASSAT über 100.000 km ohne Motorschaden mit Ölen und Fetten von Pflanze und Tier gefahren war, konnte man vorsichtig folgern, dass die Kammermotoren mit der BioCar-Technik problemlos fahren. Aber schon damals fuhren die ersten TDI von VW und der erste GOLF 1,9L TDI wurde bald danach umgebaut. Das Fahrzeug ist noch im Besitz des Auftraggebers und fährt mit reinem Rapsöl. Damals war dieser Umbau komplettes Neuland mit der entsprechenden Unsicherheit für den Auftraggeber und für uns. Im Falle eines Motorschadens ist praktisch nicht zu belegen, ob und durch welchen Kraftstoff der Motor kaputtgeht. Wir hatten bis heute keinen Motorschaden, der nur auf den Betrieb mit den nachwachsenden Alternativen zurückzuführen ist. Ein Motor ging kaputt, weil die Fahrer etwa 60.000 km kein Öl wechselten. Ausschlaggebend dafür war der Irrtum der Fahrer, dass der Motor seit dem Umbau kein Schmieröl mehr verbraucht. Der Ölstand wurde gemessen, aber es wurde ignoriert, dass sich immer mehr Pflanzenöl und immer weniger Schmieröl in der Ölwanne befand. Zuletzt war der Ölwanneninhalt fest, die Ölfilter komplett dicht und der Motor ohne Schmierung. Die Fahrer haben dazugelernt und die Fahrzeuge (drei IVENCO Daily Direkteinspritzer) fahren problemlos mit alten Fischstäbchen-Öl (Fischbraterei Lothar Fetz, 034901 / 68722).

Inzwischen haben wir viele Direkteinspritzer umgebaut, immer wieder waren das Erstumbauten mit der entsprechenden Unsicherheit (Traktor Deutz, AUDI A4, AUDI A6, ASTRA TDI, Fiat DUCATO 2,8L, GOLF SDI, FORD Transit, KUBOTA MAN-&-Zyl., VOLVO V70). Keines der genannten Fahrzeuge ist bisher wegen des Umbaus fahruntüchtig, unlösbare Probleme sind nicht aufgetaucht. Das Motorschaden-Risiko kann man extra versichern, bei Neufahrzeugen durchaus ratsam, Kosten ca. 550,- DM/Jahr. Trotzdem bleibt Unsicherheit, technisches Neuland kann nicht sicher sein.

Jetzt im Januar 2000, haben wir von BioCar wieder Neuland betreten. Der erste DB A-Klasse CDI wurde soeben umgebaut. Auch hier gibt es wieder unzählige Fragezeichen mit Blick auf die "common rail-Technik" und Fragen, die jetzt garnicht beantwortet werden können. z.B. welche Alternativen kann man problemlos tanken, spielen die Schmieröle mit, wie lang lebt der Motor, wenn man nur ALDI-Öl tankt ?

Der Eigentümer des Fahrzeugs, Frank Herrmann aus Neustrelitz, sieht die Risiken auch. Aber auch er weiss, ohne Wagnis gibt es keine Innovationen. Wir sind die Pioniere des Pflanzenölumbaus für alle gängige Dieselfahrzeuge, zu uns kommen die mutigen Pioniere mit nie zuvor gemachten Erstumbauten. Die Risiken sind versicherbar und begrenzt, die Chancen sind sicher grösser.

INFO 22 Copyright G.Lohmann 04/2000